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Tauchsportverbände und Tauchorganisationen

Seit Jahren tobt ein Kleinkrieg unter den verschiedenen Tauchsportverbänden und ganz besonders zwischen den nationalen deutschen und den international tätigen und komerziellen Verbänden und Organisationen. Dieser Kleinkrieg setzt sich manchmal bis in die unteren Schichten, also bis zum einzelnen Taucher fort.

Da sitzt man irgendwo auf einem Tauchboot und wird von seinem Nebenmann gefragt: "..und was hast Du für einen Tauchschein"? "*****"! "Was, und da lassen sie Dich mit auf das Boot"? Leider kein Witz, sondern wirklich passiert.

Grundsätzlich unterscheiden sich die meisten lokalen deutschen Verbände wie der etwa der VDST von den internationalen dadurch, daß die Ausbildung entweder im Vereinsrahmen stattfindet oder, wie bei den großen Organisationen wie PADI komerziell ist.

Als ich selbst als PADI Taucher vor ein paar Jahren mal als Tauchguide auf einer VDST Basis gearbeitet habe, wurde ich abends beim gemeinsamen Abendessen von einem der damals ältesten VDST Tauchlehrer gefragt, "ob ich mich nicht dafür schämen würde von meinen Tauchkameraden Geld dafür zu verlangen, daß ich ihnen das Tauchen beibringe "? Nein, ich schäme mich bis heute nicht dafür. Für alle anderen Scheine die es so gibt (Surfen, Segeln usw.) muß man schließlich auch bezahlen. Warum sollte also ausgerechnet der Tauchschein umsonst sein?

Der Kleinkrieg ging sogar soweit, daß die deutschen Verbände in Deutschland einige Tauchseen in Deutschland für Ausbildungszwecke angepachtet haben und dann einfach keine PADI Taucher mehr reingelasen haben oder nur unter strengen Auflagen und mit zum Teil hohen Eintrittsgeldern.
PADI Taucher haben sich dann in soweit gerächt, als das sie VDST Tauchern das Tauchen auf ihren Auslandsbasen, beispielsweise auf den Malediven verwehrt haben: "Mach Du erst mal einen PADI Schein"!

Die Lage hat sich aber in den letzten Jahren etwas normalisiert, nicht zuletzt deshalb, weil die deutschen Verbände ihre ehemals etwas "militärischen Ausbildungsmethoden" denen von PADI angepasst haben, auch wenn sie das nur sehr ungerne zugeben.

Auf die Frage, bei welchem Verband oder Organisation man denn nun seinen Tauchschein machen sollte, kann man antworten: Es ist eigentlich egal. Wer aber auch nur im entferntesten mit dem Gedanken spielt, irgendwann mal ein paar Jahre seines Lebens als Tauchlehrer an einem weißen Strand in warmem Wasser und unter Kokospalmen zu arbeiten und dabei auch noch Geld zu verdienen, der sollte sich für PADI entscheiden, denn die Auslandsbasen in den Tropen laufen fast ausschließlich unter dem PADI Logo.

Jedoch braucht man natürlich auch nicht in Panik zu verfallen, wenn man einen deutschen Tauchschein hat, denn die großen internationalen Verbände erkennen die Ausbildung der nationalen Verbände an, so daß man beispielsweise den Anfängerkurs beim VDST machen kann und im nächsten Urlaub macht man den "Advanced" also den Fortgeschrittenen Kurs beispielsweise bei PADI.

Auch die Qualität eines Tauchkurses ist nicht vom Verband abhängig, sondern von der Qualität des jeweiligen Tauchlehrers. Alle Verbände haben gute und schlechte.

Zu einer Liste der größten und bekanntesten Tauchsportverbände geht es hier!

Noch was zu den deutschen Verbänden: Die Deutschen neigen ja etwas zur Vereinsbildung. Während man sich weltweit mit etwas mehr als einer Handvoll großer Verbände zufrieden gibt, erscheint die Liste der allein in Deutschland gegründeten Verbände schier endlos. Auch wenn sie teilweise die Begriffe wie "International, Europäisch oder Weltweit)" verwenden, wie etwa der VIT oder VEST, erkennt man schon am führenden V (=Verband) daß es sich um einen deutschen Verein bzw. Verband handelt.