Tauchen | Sporttauchen | Informationen

Tauchen, Auftrieb und Tarierungskontrolle

Schweben ist der Idealzustand, den wir beim Tauchen erreichen wollen. Schweben, das heißt ein oder zwei Meter über dem Boden dahin zu schwimmen ohne ihn dabei zu berühren und ohne dabei Sand oder Schlamm aufzuwirbeln.

Oder, wenn der Meeresboden zu tief liegt, vielleicht an einem Korallenriff entlang schweben ohne durch wilde Armauschläge oder andere Korrekturbewegungen das Riff zu beschädigen.

Dieser "Schwebezustand", wird beim Tauchen durch die sogenannte Tarierungskontrolle erreicht.
Mit Hilfe von Gewichten, einem "Tarier Jacket" und unserer Lunge, können wir unser Gewicht und unser Körpervolumen und damit unseren Auftrieb unter Wasser so einstellen, dass wir schwerelos sind und damit "Schweben."

Die drei verschiedenen Auftriebszustände unter Wasser nennt man:

  • positiv tariert (alles was schwimmt)
  • neutral tariert (schwerelos, man geht weder nach oben, noch sinkt man zum Grund)
  • negativ tariert (alles was nach unten sinkt wie ein Stein)
Hilft bei der Auftriebskontrolle beim Tauchen: Das tauchjacket oder BCD
Hilft bei der Auftriebskontrolle: Das Tauchjacket oder BCD

Aufgrund der Tatsache, dass der Mensch zum größten Teil selbst aus Wasser besteht, ist er im Wasser zunächst mal neutral tariert, mit einer leichten Tendenz zum positiven, also zum Schwimmen. Auch unsere gesamte Tauchausrüstung (Flasche, Atemregler, Anzug usw.) ist zusammengeworfen im Wasser mehr oder weniger neutral.

Wenn wir also Tauchen wollen, müssen wir erstmal etwas Gewicht zufügen, damit wir überhaupt untergehen und nicht wie eine Boje an der Oberfläche treiben. Dazu benutzen wir entweder einen Bleigurt oder Bleigewichte, die im Jacket integriert werden.

Damit würden wir aber ins Unendliche absinken, also brauchen wir ein anderes Ausrüstungsteil, das diesen Abtrieb, der besonders bei dicken Tauchanzügen mit zunehmender Tiefe immer größer wird ausgleicht: Das Tarier Jacket, auch BCD, ADV oder einfach Tauchjacket genannt.

Mit diesem Jacket haben wir beim Tauchen die Möglichkeit Luft aus der Flasche in das Jacket zu blasen und damit unseren negativen Auftrieb auszugleichen. Wenn man sich mit Hilfe dieser beiden Ausrüstungsteile dann neutral austariert hat, kann man noch eine Feintarierung mit der Lunge durchführen:

  • Langsam und tief einatmen = man wird leicht positiv und steigt langsam nach oben
  • Langsam und tief ausatmen = Man wird leicht negativ und fängt wieder ganz langsam an zu sinken.

Wer das Tarieren richtig beherrscht, kann ohne jegliche Ruderbewegung mit den Armen, ganz einfach seine Tiefe ändern.

Das Gesetz und das Prinzip von Auftrieb und Verdrängung stammt im übrigen von dem griechischen Mathematiker Archimedes, der dieses schon ca. 250 v.Ch entdeckte. Archimedes in Wikipedia!