Tauchen | Sporttauchen | Informationen

Strömungstauchen

Des sogenannte Strömungstauchen, engl. auch Drift Diving genannt, kann eine entspannende Angelegenheit sei, wenn es gut geplant und vorbereitet wird.
Es birgt aber auch Gefahren, wenn zum Beispiel unerfahrene Taucher unerwartet in eine Strömung geraten und abgetrieben werden.

Normalerweise setzt das Tauchboot die Taucher bei einem Strömungstauchgang weit genug "oben" in der Strömung ab und die Taucher können sich den ganzen Tauchgang lang treiben lassen und das Riff zieht wie in einem Film an einem vorbei. Hat man sich bei so einem Stömungstauchgang auf einer bestimmten Tiefe richtig austariert, ist das ganze eine Aktion, bei der man sich kaum zu bewegen braucht. Man läßt sich einfach dahin treiben und das Tauchboot sammelt die Gruppe am Ende des Tauchgangs, "stromabwärts" wieder auf.

Strömungen in Meer werden hauptsächlich durch die Gezeiten (Ebbe und Flut) verursacht und können sich somit je nach Tageszeit, auch schon mal in der Richtung ändern. Beliebte Tauchplätze für Strömungstauchgänge, mit richtig starker Strömung, gibt es auf den Malediven (an den Außenriffen) und im Roten Meer. Es gibt sogar einige Gegenden, wo man in Flüssen, in glasklarem Wasser, Strömungstauchen machen kann.

Strömungstauchen im Verzasca Tal, Schweiz
Tauchen im glasklaren Wasser der Verzasca, Tessin, Schweiz.
Foto: © Ingrid Ruthe / pixelio.de

Ein gutes Beispiel dafür ist das Verzascatal, im Tessin, in der Schweiz. Hier sind allerdings besondere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, wie Fangleinen, an denen man sich flussabwärts festhalten kann, um nicht zu weit abgetrieben zu werden. Außerdem ist das Tauchen dort nach Regenfällen untersagt, weil es dann wegen zu starker Strömung einfach zu gefährlich ist.

Natürlich gibt es auch Tauchplätze, wo man zwangsläufig mal gegen eine Strömung anschwimmen muß. In solchen Fällen gilt die Regel: Beginne Deinen Tauchgang immer gegen die Strömung und kehre mit der Strömung zum Einstigspunkt zurück.

Dabei muß man davon ausgehen, dass man, wenn man ca. 30 Minuten gegen eine mittlere Strömung angeschwommen ist, nur ca. 10 oder 15 Minuten für den Rückweg, also mit der Strömung, braucht. Man muß den Tauchgang dann eben so entsprechend planen.

In der Vergangenheit ist es immer mal wieder zu Tauchunfällen gekommen, bei denen die Taucher, in einer starken Strömung, am Ende eines Riffs die Kurve nicht gekriegt haben und weit ins offene Meer abgetrieben wurden. Bei einem anderen Fall, den ich selbst auf den Malediven erlebt habe, wurden zwei Taucher bereits an der Oberfläche vor dem Tauchgang so weit von der Strömung abgetrieben, dass sie das Riff unter sich nicht mehr gesehen haben und trotzdem "ins Blaue" abgetaucht sind.

Nachdem sie dann unter Wasser nur den Sandboden vorgefunden hatten aber das Riff nicht sehen konnten, sind sie wieder aufgetaucht. Beim Ab und wieder Auftauchen in der Strömung, waren sie dann schon soweit abgetrieben, dass keine Chance bestand, zum Tauchboot zurück zu schwimmen. Erst nach einer ca. zweistündigen Suche, nachdem alle anderen Taucher wieder an Bord waren, wurde die beidenTaucher gefunden.

Es gibt natürlich auch andere strömungsbedingte Vorfälle, die weniger glimpflich ausgegangen sind und wo Taucher am Ende gar nicht mehr gefunden wurden.
Solche Vorkommnisse sollten uns dazu anhalten, bei Strömungstauchgängen besonders vorsichtig zu sein und den Tauchgang gut zu planen. Ein bischen körperliche Fitniss kann dabei auch nicht schaden...