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Der Druckausgleich beim Tauchen

Ich weiss nicht, wie oft ich diesen Spruch schon gehört habe: Da sitzt man am Urlaubsort abends in der Kneipe und unterhält sich (als Tauchlehrer) mit ein paar potentiellen Kunden für einen Tauchkurs und dann kommt es: "Ich würde ja gerne Tauchen aber ich habe irgendwelche Probleme mit meinen Ohren. Die tun mir schon im Schwimmbad weh, wenn ich nur mal auf 2 Meter oder so abtauche.

Nun, das ist normal und es zeigt auch einmal mehr das mit den Ohren offensichtlich alles in Ordnung ist. Unser Körper besteht zu über 90% aus Wasser und da man Waser nicht komprimieren, also zusammendrücken kann, haben wir Menschen auch beim Tauchen in größeren Tiefen erstmal keine Probleme mit dem Druck. Jedenfalls wird unser Körper nicht zusammengedrückt oder gar vom Druck zerquetscht.

Der zunehmende Umgebungsdruck bei Tauchen, wirkt sich nur auf die verschiedenen Hohlräume aus, die wir im Körper eingebaut haben, Dazu gehören die Lungen, die Mund- und Nasen Nebenhöhlen, die Stirnhöhle, die Hohlräume in den Ohren und der künstliche, luftgefüllte Hohlraum in der Maske.

In allen diesen luftgefüllten Hohlräumen muß beim Tauchen der Innendruck an den mit zunehmender Tiefe auch zunehmenden Umgebungsdruck angepasst werden.

In den Nebenhöhlen und in den Lungen geschieht dieser Druckausgleich fast automatisch, durch das kontinuierliche Atmen von komprimierter Luft aus dem Lungenautomat.
In der Maske und in den Ohren muß dieser Druckausgleich jedoch manuell durchgeführt werden.

Wichtig: Beim Tauchen mit Flasche darf man während des Tauchgangs niemals die Luft anhalten, um den ständigen Druckausgleich in der Lunge über die Atmung zu gewärleisten.

In den Ohren macht man den Druckausgleich am einfachsten, indem man sich die Nase zuhält und ein wenig Luft dagegenpreßt. Ein kurzes "Poppen" in den Ohren und der Druckausgleich ist hergestellt. Das Druckgefühl auf den Ohren ist verschwunden.

Es ist wichtig, dass man diesen Druckausgleich mit zunehmender Tiefe, alle paar Meter wiederholen muß, um den Innendruck in den Ohren dem zunehmenden Außendruck anzupassen. Bei Auftauchen entweicht die eingepresste Luft automatisch, daher beim Auftauchen auf keinen Fall einen Druckausgleich versuchen.

Was passiert beim Druckausgleich?
Unsere Ohren bestehen, grob gesagt aus dem äußeren Gehörgang, dann kommt das Trommelfell, das den äußeren Gehörgang zum Mittelohr "abdichtet" und noch weiter innen befindet sich das Innenohr. Das Mittelohr stellt dabei den Hohlraum dar, in dem es gilt, den Druckausgleich durchzuführen.

Beim Abtauchen wird durch den zunehmenden Außendruck das elastische Trommelfell nach innen gedrückt, was bei übermäßiger Beanspruchung zu den bekannten Schmerzen im Ohr führt. Macht nun der Taucher einen Druckausgleich, wie oben beschrieben, drückt er Luft aus dem Rachenraum über die Eustachische Röhre in das Mittelohr. Dadurch wird das Trommelfell wieder nach außen gedrückt und der Schmerz oder das Druckgefühl auf dem Ohr verschwindet.

Unter bestimmten Umständen, zum Beispiel bei einer Erkältung, kann die Eustachische Röhre verstopfen und den Druckausgleich unmöglich machen.